Helfen, aber richtig! Stopp bei Mobbing!

Helfen, aber richtig!

Willst du anderen Menschen helfen, wenn diese angegriffen werden? Die meisten von uns würden darauf mit ‚Selbstverständlich!‘ antworten. Wir wollen helfen – aber die wenigsten von uns waren schon einmal einer solchen wirklich brenzligen Situation. Wenn sie sich dann einstellt, ist es gar nicht so einfach, spontan das Richtige zu tun, ohne sich selber ebenfalls in Gefahr zu bringen. Aber es gibt ein paar Punkte, an denen sich jeder entlanghangeln kann, der in gefährlichen Situationen Rückgrat zeigen will.

Sei achtsam

Es beginnt ganz elementar: Ignoriere deine Umwelt nicht, sondern beobachte sie. Indem du Augen und Ohren aufmachst, erkennst du Unrecht und Gefahr und kannst dir, wenn du nicht aktiv eingreifen kannst, zumindest einprägen, was du wahrnimmst. Das könnte für die Polizei und die Opfer wichtig sein.

Spiele nicht den Helden

Wende dich an Menschen im Umfeld, die helfen können. Im Zug wäre das z.B. der Schaffner. Versuche abzuschätzen, ob du Hilfe von Rettungsdienst oder Polizei brauchst. Wenn ja, rufe dort an. Bleibe ruhig, nenne deinen Namen und versuche, die Antworten auf die W-Fragen (wo, was etc.) zu nennen. Lege nicht einfach auf.

Wahre Distanz

Körperliches Eingreifen sollte das letzte Mittel sein und nicht alleine erfolgen. Denn wenn du der Situation zu nahekommst, kann es passieren, dass du selber zum Opfer wirst. Somit kannst du auch nicht mehr als Helfer aktiv werden. Sprich das Opfer aus sicherem Abstand an. Frage, ob Hilfe nötig ist, oder informiere, dass du Hilfe geholt hast. Falls es zum Gespräch mit dem Angreifer kommt, bleibe selbstbewusst und bleibe distanziert, indem du siezt.

Hole andere dazu!

Unterschätze nicht die Kraft eines entschlossenen Angreifers. Wenn du andere mit ins Boot holst, kann das deeskalierend wirken und die Situation ist auch potenziell ungefährlicher für dich. Scheue dich also nicht, Menschen im Umfeld gezielt und entschlossen zur Mithilfe aufzufordern. Viele sind unsicher und warten mit ihrer Hilfe bis sie wissen, dass andere auch helfen werden.

Nimm dich des Opfers an

Erste Hilfe zu leisten sollte für jeden von uns möglich sein. Wann war dein letzter Erste-Hilfe-Kurs? Aber die Wunden einer Tat können genauso gut seelisch sein. Stehe dem Opfer auf jeden Fall bei, bis der Rettungsdienst kommt, oder delegiere diese Aufgabe gegebenenfalls, um den Angreifer in sicherer Entfernung zu verfolgen. Lass das Opfer nicht alleine.

Bezeuge das Geschehene

Als Zeuge spielst du eine wichtige Rolle nach der Tat. Mach dir so bald wie möglich Notizen zu allen Details des Geschehens und führe dir vor Augen, dass deine Aussage wichtig ist, um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen.